Knowledge Organization

Information versus Daten

Ohne Sinnzuweisung zu den Zeichen bleiben rohe Daten, was sie sind: fixierte Zeichenarrangements. Ihre Interpretation muss aktiv herbeigeführt werden. Daten sind materiell fixiert. Information ist ein intentionaler Akt.

Klassifikationen wie DDC sind sehr nützlich für Menschen, die nach einer bestimmten Information suchen. Es fehlt ihnen aber das rigorose logische Konzept, das Maschinen brauchen, um Zusammenhänge herzustellen. Strukturelle Voraussetzung für eine Klassifikation ist ein hierarchischer Aufbau, bei dem Klassifikationsschemata geschaffen werden. Die übergeordneten Merkmale werden auf die untergeordneten Klassen »hierarchisch vererbt«. Dieser hierarchische Aufbau ermöglicht eine Navigation durch die Themenstruktur.

Terminologie & InfoTerm

Auf Initiative von Eugen Wüster wurde 1971 durch die UNESCO InfoTerm gegründet und im Österreichischen Normungsinstitut angesiedelt. 1996 wurde InfoTerm eine unabhängige, internationale Non-Profit-Organisation und unterstützt und fördert Kooperationen von neuen Terminologiezentren und Netzwerken für die Fachkommunikation. Wüsters Nachlass wird heute an der Universität Wien aufbewahrt.

Thesauri

Thesauri sind terminologische Ordnungssysteme, deren Zuteilung über genormte Begriffe, nicht über Klassen erfolgt.

Die Beziehungen der Begriffe zueinander (semantische Relationierung) sind ebenfalls genormt und dienen zum Indexieren, Speichern und Wiederauffinden von Information (Retrieval).

Beispiel: Getty Thesaurus of Geographic Names

Ontologien

In der Philosophie ist die Ontologie die Lehre vom Sein, doch in der Informatik sind Ontologien formale Begriffssysteme, die einen Gegenstandsbereich modellieren.

Ontologien können aus bestehenden Klassifikationssystemen, Thesauri, Taxonomien, oder anderen Wissensorganisationssystemen gebildet werden.

Siehe: Agricultural Ontology Service, FAO (Anm. 1)

Topic maps

Topic maps sind Themennetze, die für die Modellierung von Wissen in bestimmten Fachgebieten verwendet werden.

Sie helfen beim Sichten großer Datenmengen, bei Navigation durch zusammengehörige Inhalte und bei der semantischen Suche sowie beim Aufbau von Wissenslandkarten, also bei der Zusammenführung heterogener, verteilter Informationsbestände, etc.

Beispiele: The Italian Opera Topic map und Linné-Topic Map

Normungsarbeit & ON

Normungsarbeit führt zu Festlegungen für die allgemeine und wiederkehrende Anwendung. Damit soll ein optimaler Ordnungsgrad in einem gegebenen Zusammenhang angestrebt werden. Normungsinstitute wie beispielsweise das Österreichische Normungsinstitut (ON) (Anm. 2) sind meist Non-Profit-Dienstleistungszentren, die als unparteiische Plattformen für die Schaffung von Normen und Regelwerken sowie für die Zertifizierung dienen.

Verwaiste Links:
Anm. 1: Agricultural Ontology Service, FAO http://www.fao.org/agris/aos/Applications/intro.htm
Anm. 2: Österreichische Normungsinstitut (ON) http://www.on-norm.at/ ➔ Neuer Name: Austrian Standards

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